Open Data: Resultate der MAP-Umfrage

Dieses Dokument stellt die Ergebnisse der Umfrage der Plattform Mathematik, Astronomie und Physik vor, die erfolgreich in Juni–Juli 2020 die unterschiedlichen Meinungen aktiver Forscherinnen und Forscher in der Schweiz zum Übergang zu offenen Forschungsdaten gesammelt hat.

Open Data: Results of the Survey by the Platform MAP
Bild: SCNAT

Die Umfrage der Plattform Mathematik, Astronomie und Physik (MAP) der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) wurde lanciert, da Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrfach Kommentare, Fragen und manchmal auch Bedenken bezüglich des Übergangs zu offenen Forschungsdaten geäussert haben. Im Anschluss an andere Aktivitäten der Akademien der Wissenschaften Schweiz, wie den Open Data Workshop und das Faktenblatt «Open Science in Switzerland», ist es mit dieser Umfrage gelungen, die vielfältigen Meinungen aktiver Forscherinnen und Forscher in der Schweiz zu diesem wichtigen Thema einzuholen. Die Umfrage war vom 10. Juni bis zum 15. Juli 2020 auf der Website der SCNAT zugänglich und wurde von 201 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – von der Doktoranden- bis zur Professorenebene – und aus allen wissenschaftlichen Bereichen der Plattform MAP und darüber hinaus von Forschenden in Biologie, Chemie, Geowissenschaften und sogar Medizin und Sozialwissenschaften ausgefüllt. Die grosse Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sieht die Vorteile des Übergangs zu Open Data Regelungen, aber ein wesentlicher Teil von ihnen ist besorgt über Aspekte der Umsetzung. Zusätzlich zur Beantwortung der 16 Multiple-Choice-Fragen nahm sich etwa ein Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Zeit, Kommentare zu schreiben, um ihre Meinung zum Thema besser ausdrücken zu können. Viele sind besorgt über den Zeitaufwand und die Kosten im Vergleich zum potenziellen Vorteil und Nutzen von Open Data. Die Notwendigkeit, die Praxis je nach Fachgebiet und Art der Daten zu differenzieren, wird oft erwähnt. Die kritischsten Stimmen sehen in diesem Übergang eine zusätzliche administrative Belastung, die der eigentlichen Forschung Ressourcen entzieht. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft generell bereit ist, weitere Anstrengungen zur gemeinsamen Nutzung von Forschungsdaten zu unternehmen, vorausgesetzt, dass sich die erforderlichen Infrastrukturen sowie die finanzielle und technische Unterstützung allmählich verbessern und dass der Aufwand im Einklang mit dem erwarteten Nutzen von Open Data in den verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen steht.

Autoren: Dr. Marc Türler
Seitenangabe: 14

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