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Wie Beweidung und Mahd die lokale Vielfalt von Tag­faltern und Heuschrecken in Flachmooren beeinflussen

Mit dem Rückgang und Qualitätsverlust der Moore im letzten Jahrhundert sind zahlreiche auf Feuchtgebiete spezialisierte Tagfalter und Heuschrecken unter Druck geraten. Extensiv bewirtschaftete Flachmoore der Moorlandschaft Gurnigel/Gantrisch in der Gemeinde Rüschegg (Kanton Bern) wurden untersucht, um herauszufinden, ob Mahd oder Beweidung in Bezug auf Abundanz und Diversität von Tagfaltern und Heuschrecken zu bevorzugen ist.

Wie Beweidung und Mahd die lokale Vielfalt von Tag­faltern und Heuschrecken in Flachmooren beeinflussen
Bild: NGB, 2024

Weder die Häufigkeit noch die Vielfalt der Tagfalter und Heuschrecken unterscheiden sich signifikant zwischen gemähten und beweideten Flachmooren. Je ausgeprägter die vertikale Struktur der Vegetationsschicht ist, desto höher ist sowohl die Anzahl der Individuen als auch der Arten bei den Tagfaltern. Infolgedessen wird der Lebensraum vielfältiger, wobei die Heterogenität der vertikalen Vegetationsstruktur der Flachmoore am Gantrisch in den Weiden wesentlich höher ist als in den gemähten Flächen. Einzelne Tagfalter- und Heuschreckenarten weisen zwar eine leichte Assoziation zu einer der beiden Nutzungsformen auf. Für beide untersuchten Artengruppen bilden sich jedoch keine bewirtschaftungsspezifischen Artengesellschaften aus. Das kleinräumige, heterogene und extensiv bewirtschaftete Lebensraummosaik im Regionalen Naturpark Gantrisch ist insgesamt erhaltenswert und förderungswürdig, da traditionell extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden gleichermassen zu vielfältigen und heterogenen Landschaften wie Lebensräumen beitragen.

Autoren: Marius King, Matthias Riesen

Seitenangabe: 40-49

Kategorien

  • Artenvielfalt
  • Heuschrecken
  • Schmetterlinge

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