Nacheiszeitliche Bergstürze im Kandertal und ihre Auswirkungen

Exkursion der Naturforschenden Gesellschaft Bern vom 15.6.2019

Eine Exkursion der NGB zum Thema «Extreme ökologische Auswirkungen eines Bergsturzes vor 9600 Jahren» führte uns ins Kandertal. Nebst spezifischen Erläuterungen zum Bergsturzgebiet Kandertal kamen zwischen Frutigen und Oeschinensee die geologische Entwicklung und die Vegetationsgeschichte dieser vielfältigen Landschaft zur Sprache.

Nacheiszeitliche Bergstürze im Kandertal und ihre Auswirkungen
Immagine: NGB

Am 12. Dezember 2019 stürzten ca. 15 000 m3 Felsmassen vom «Spitzen Stein» östlich des Fisistocks Richtung Oeschinental ab. Weitere Felsabstürze von etlichen Tausend m3 Sturzmasse im mit Tachymetrie und GPS bestens überwachten Gebiet sind angekündigt (Geotest 2019). Allerdings sind solche Bergstürze massenmässig nicht vergleichbar mit jenem extremen, der sich wohl vor rund 9½ Tausend Jahren im gleichen Gebiet ereignete, als schätzungsweise 800 Millionen m3 Fels beim Fisistock abrutschten, sich etliche Kilometer verheerend durch das Kandertal ausbreiteten und sich dadurch die Vegetation auf lange Zeit hin drastisch veränderte (Tinner et al. 2005).

Am 15. Juni 2019, also noch vor dem letzten Bergsturz, trafen sich rund 30 Personen in Frutigen zur «Exkursion Kandertal – Extreme ökologische Auswirkungen eines Bergsturzes vor 9600 Jahren» der Naturforschenden Gesellschaft Bern NGB, welche unter der Leitung von Prof. Dr. Flavio Anselmetti (Institut für Geologie der Universität Bern) sowie Prof. Dr. Willy Tinner und Dr. Petra Boltshauser-Kaltenrieder (Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern) stand. Die Exkursion führte uns zu drei Standorten, zur Tellenburg bei Frutigen, zum Blausee und zum Oeschinensee, die wir zum Teil zu Fuss, per Bus oder Gondelbahn erreichten. So wurden wir über neue Erkenntnisse zu den längst bekannten Bergstürzen des Kandertals unterrichtet, welche dank geologischer, physikalischer und paläoökologischer Untersuchungen der letzten Jahre zustande gekommen sind.

Autor: Gaston Adamek

Dichiarazione Pagina: 90-103

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